
Seit fast zwei Jahren kämpfen die Mieter*innen im Häuserblock Rotweg 140 bis 152 mit zu hohem Bleigehalt in ihrem Leitungswasser. Sie sind auf Trinkwasser aus Flaschen und zeitweise auf Sanitärversorgung über Container angewiesen Die SWSG als Vermieterin versucht seither mit umfangreichen Maßnahmen, die Ursache der Bleibelastung ausfindig zu machen und abzustellen, allerdings bisher ohne Erfolg. Jetzt läuft bis zum Jahresende eine Großsanierung der Wasserleitungen mit der Folge, dass die Bewohner*innen erneut massiv in der Nutzung ihrer Wohnungen beeinträchtigt sind. Diese Einschränkungen sind durch die SWSG umfassend zu kompensieren, fordern die Grünen, insbesondere durch Bereitstellung von Ersatzwohnraum und finanziell durch erhebliche Minderung der Mieten. Nach den Aussagen der SWSG ist diese dazu mit allen Bewohner*innen im Gespräch.
Im Juni 2026 hatten sich die Grünen im Bezirksbeirat Zuffenhausen einem interfraktionellen Antrag angeschlossen, um umfassende Aufklärung über den Vorgang zu bekommen. In der Sitzung des Bezirksbeirats im September berichtete die SWSG nun über den Stand der Dinge. Die Bemühungen der SWSG, den Zustand durch umfassende Maßnahmen der Sanierung zu beheben, sind dabei durchaus anzuerkennen. Bleibt zu hoffen, dass wie angekündigt bis Jahresende eine ordnungsgemäße Trinkwasserversorgung aus Leitungen für alle Bewohner*innen gesichert hergestellt werden kann. Die Grünen haben im Bezirksbeirat angeregt, dass die SWSG den Bewohner*innen freiwillige Tests auf Bleibelastung im Blut oder andere geeignete Maßnahmen zur Abschätzung eines gesundheitlichen Risikos aus der Nutzung des Wassers in der Vergangenheit anbieten könnte.
Zudem beunruhigt die Grünen, dass die Ursache für die Bleibelastung im Trinkwasser der Gebäude von der SWSG jetzt offenbar in dort verwendeten Bauteilen vermutet wird, die geprüft und zugelassen sind. Nach Aussagen der SWSG werden sie vermutlich auch weiterhin an zahlreichen anderen Stellen (nach Aussagen: jedoch nicht mehr bei der SWSG) verbaut. Die aktuellen Sanierungsmaßnahmen im Rotweg dienen dazu, diese Bauteile zu ersetzen. Das Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart ist daher nach Meinung der Grünen aufgefordert, im Zusammenwirken mit dem Amt für öffentliche Ordnung (Verbraucherschutz) und dem Baurechtsamt dieser Frage gezielt nachzugehen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, damit die betroffenen Bauteile nicht mehr verwendet werden dürfen.
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