
Für den vollumfänglichen Erhalt des „Bädle“, dem Freibad des SSV Zuffenhausen auf der Schlotwiese, auch als öffentlich zugängliches Sommerbad, hat sich der Bezirksbeirat von Zuffenhausen einstimmig in seiner letzten Sitzung am 19. Mai ausgesprochen. Hintergrund sind Berichte, dass im Zuge der Sparmaßnahmen der Stadt ab 2027 nur noch zwei der bisher vier vereinseigenen Freibäder mit Fördermitteln aus dem Stadthaushalt rechnen können. „Das Bädle ist weit mehr als eine Sport- und Freizeiteinrichtung. Es ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt für Menschen aller Generationen und leistet einen unverzichtbaren Beitrag für Gesundheit, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt im Stadtbezirk,“ heißt es in dem Beschlusstext. Seit Generationen würden hier Kinder und Jugendliche schwimmen lernen, das Schwimmabzeichen erwerben und Gemeinschaft und Bewegung erleben. „Für Familien, Seniorinnen und Senioren sowie viele Bürgerinnen und Bürger ist das Bädle ein wohnortnaher Ort der Begegnung und Erholung.“
Das „Bädle“ ist das einzige Freibad für den gesamten Stuttgarter Norden mit den Stadtbezirken Zuffenhausen, Feuerbach, Weilimdorf und Stammheim und Mühlhausen; etwa 125.000 Stuttgarter*innen können hier Erholung und Bewegung finden. Nicht ohne Grund sind die vereinseigenen, öffentlichen Sommerbäder auch im Stuttgarter „Bäderentwicklungsplan 2030“ ausdrücklich als „ausreichend und angemessen“ erwähnt. „Der Erhalt des Bädle ist daher auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und der gleichwertigen Lebensverhältnisse in allen Stadtbezirken,“ heißt es in dem Beschluss des Bezirksbeirats.
Mit dem Protest aus Zuffenhausen wird sich nun der Stuttgarter Gemeinderat auseinandersetzen müssen. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen dem Sportamt und allen vier betroffenen Vereinen. Wer das „Bädle“ unterstützten möchte, kann dies bei einer Unterschriftensammlung an der Kasse tun – oder online in einer Petition, die bereits mehr als achttausend Menschen unterzeichnet haben (Stand 21.5.).
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