Grüne wollen wissen: Wann kommt das Biogas? Und wer bekommt es?  

Über Stuttgart 21 wird seit mehr als dreißig Jahren gestritten, und seit sechszehn Jahren wird gebaut rund um den Bahnhof. Ganz so lang sind die Abläufe bei der für den Hummelgraben am Nordrand von Zuffenhausen geplanten Bioabfall-Vergärungsanlage nicht. Aber die Planungen für den Bau der Anlage, die Bioabfälle aus Stuttgart und den angrenzenden Kommunen in wertvolles Biogas verwandeln soll, sind auch schon weit mehr als zehn Jahre alt. Der Gemeinderatsbeschluss über den Bau stammt vom Juli 2015, aber gebaut wurde bisher noch nichts. Außer einem großen Baustellenschild ist am Hummelgraben nichts zu sehen von einer nachhaltigen Verwendung von Biomüll.

Seit Jahren verspricht ein Baustellenschild umweltfreundliche Innovationen am Hummelgraben …
… aber außer schicken Animationen fehlen alle Informationen, wann es los geht.

Die Bezirksbeirät*innen aus Zuffenhausen wollen nun endlich wissen, wann es dort losgehen soll – und was dann mit dem gewonnen Biogas geschieht. Das hat das Gremium am 24. März einstimmig beschlossen – auf der Grundlage eines interfraktionellen Antrages, den federführend die Bezirksbeirät*innen von B90/Grüne ausformuliert haben.

Für den Stadtbezirk bringt die Anlage erst einmal viele Belastungen: Die Baustelle selbst wird Baulärm und Verkehr verursachen (wenn sie denn mal endlich gestartet werden kann), und der Betrieb auch – schließlich müssen die jährlich geplanten 35.000 Tonnen Biomüll irgendwie zum Hummelgraben gebracht werden. Schon seit Jahren sehen es die Grünen daher kritisch, dass das dann gewonnene Biogas nach einem Vertrag der Stadt vor allem an die Fa. Porsche fließen soll.

Seit Beginn der Planungen hat sich die Weltmarktlage zum Thema Gas deutlich verändert. B90/Grüne schlagen daher vor, wenigstens einen Teil des Gases für Fernwärme in den angrenzenden Wohngebieten zu nutzen. Im Bezirksbeirat soll daher auch darüber Auskunft gegeben werden, ob und wann diese Option besteht.

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