Drei grüne Fragen an Mehmet Ildeş zu Zuffenhausen

Mehmet Ildeş ist Betreuungsstadtrat für Zuffenhausen in der Fraktion von B90/Grüne im Stuttgarter Gemeinderat.

In den letzten Monaten habt Ihr intensiv über den Doppelhaushalt für die nächsten zwei Jahre beraten. Das war nicht einfach, weil viel gespart werden musste. Warum eigentlich?

    Die finanzielle Lage der Stadt hat sich deutlich verschlechtert. Die Gewerbesteuereinnahmen sind aufgrund der wirtschaftlichen Rezession stark zurückgegangen. Gleichzeitig steigen die Ausgaben – etwa für Bauprojekte, Personal und Energie – erheblich an. Das hat dazu geführt, dass wir schwierige Maßnahmen ergreifen mussten, um einen genehmigungsfähigen Haushalt aufzustellen. In vielen Bereichen bedeutete das Einsparungen von bis zu 10-20 Prozent.

    Gerade für mich als neuen Stadtrat war das eine große Herausforderung. Wir sind angetreten, um positive Veränderungen voranzubringen – und mussten nun gleichzeitig entscheiden, wo wir kürzen können. Das ist politisch und persönlich nicht einfach. Ich hoffe sehr, dass sich die wirtschaftliche Lage wieder verbessert, damit wir künftig wichtige Projekte wieder stärker fördern und gestalten können.

    Du bist auch Betreuungsstadtrat der Grünen für Stammheim und Zuffenhausen. Was konntest Du für den Stuttgarter Norden bisher erreichen – und wo müssen wir in Zuffenhausen wegen der Haushaltslage Abstriche machen?

    Trotz der angespannten Haushaltslage konnten wir wichtige Projekte für den Stuttgarter Norden sichern. Dazu gehört unter anderem der Neubau der Geh- und Radwegbrücke an der Ludwigsburger Straße sowie der Erhalt zentraler Bildungs- und Sportinfrastruktur – etwa der Neubau des Hallenbads in Zuffenhausen inklusive der „Aquabox“ als Ersatz während der Bauarbeiten für das neue Hallenbad. Auch die Fortführung der Bauarbeiten an der Park-Realschule in Stammheim konnte gesichert werden. Das sind wichtige Investitionen in die Lebensqualität vor Ort, die wir bewusst priorisiert haben.

    Die Aquabox am Kelterplatz und die Fuß- und Radbrücke über die Ludwigsburger Straße werden verwirklicht – trotz Sparzwang.

    Gleichzeitig mussten wir aber auch Abstriche machen. Einige Projekte können sich verzögern oder nur in abgespeckter Form umgesetzt werden. Das betrifft vor allem Vorhaben, die finanziell sehr aufwendig sind oder bei denen die Planung noch nicht weit fortgeschritten war. Umso wichtiger ist es mir, dass wir weiterhin klare Prioritäten setzen und die für den Stadtbezirk zentralen Projekte konsequent vorantreiben.

    Was ist Dir besonders wichtig, was Du noch verwirklichen willst in den nächsten Jahren?

    Die strukturellen Herausforderungen im Stuttgarter Norden müssen wir entschlossen angehen und Zuffenhausen weiterentwickeln. Der Stadtbezirk hat großes Potenzial, das wir stärker nutzen sollten. Ein zentrales Anliegen ist für mich die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Zuffenhausen, um diesen Ort attraktiver und funktionaler zu machen.

    So könnte der Zuffenhäuser Bahnhofsvorplatz aussehen. B90/Grüne werden dafür kämpfen, dass die Neugestaltung nicht auf die lange Bank geschoben wird.

    Außerdem möchte ich die Projekte im Rahmen der IBA’27 aktiv unterstützen und voranbringen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Steigerung der Lebensqualität – etwa durch die Renaturierung des Feuerbachs und weitere städtebauliche Maßnahmen. Mir ist wichtig, dass Zuffenhausen wächst, ohne an Lebensqualität zu verlieren – mit bezahlbarem Wohnraum, guter Infrastruktur, lebendigen Quartieren und einer starken lokalen Wirtschaft.

    Habt Ihr Anregungen für Mehmet oder die Bezirksbeirät*innen der Grünen in Zuffenhausen? Schreibt es in den Kommentar!

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